April 2026 Deutschland - Nord Afrika



Mittwoch, 01.04.2026 Von Mainz nach Mannheim


Gestern Abend trudelt doch noch ein Radlerpaar ein. Martin und Annika aus Wuppertal. Sie haben richtig gekocht, wie Gabi das macht, wenn wir zusammen auf Tour sind. In der Nacht war es sternenklar und lausig kalt. Das Kondenswasser auf dem Innenzelt war gefroren. Um 9:00 Uhr bin ich startklar und kann mich noch bei Martin verabschieden, der gerade aufgestanden ist.
Da habe ich mich heute selber in den April geschickt. Bis zur ersten Stadt, wo dann die Geschäfte alle geöffnet waren, habe ich noch gedacht, am 1. Mai „Tag der Arbeit“ ist doch ein Feiertag.

Schöne Pausenhütte

Immer am Deich entlang. So geht es fast den ganzen Tag bis kurz vor Mannheim.

Schilderwald

Den Neckar überquere ich bei Mannheim


Um 16:50 Uhr stehe ich vor dem Campingplatz Strandbad Mannheim und werde vom Chef herzlich begrüßt der mich noch vom letzten Jahr kennt.


Tagesdaten: 91 Km / 5:50 Std. Zeit in Fahrt / 211m Anstieg und 173m Abstieg.




Donnerstag, den 02.04.2026 Von Mannheim nach Lauterbourg (F)


Die Nacht war mit Abstand die kälteste auf der Tour. Das Wasser im Wassersack, den ich vor dem Zelt vergessen hatte, war gefroren. Das gefrorene Kondenswasser auf dem Innenzelt blättert ab wie eine Beschichtung.

Und diese Natur pur ist es allemal Wert mal ein paar Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen.

Von der sympathischen Pächterin, die mich noch aus dem Vorjahr kennt, soll ich meiner Frau Gabi viele Grüße bestellen. Start der Tagesetappe Nr. 5 um 9 Uhr 45.

Die Fähre nach Altrip au die linksrheinische Seite.

Der eingerüstete Dom zu Speyer

Pause am Rheinradweg 15

Die Mistel pflanze meist hoch oben in den Pappeln zu bewundern.

Auf dem Camping des Mouettes de Lauterbourg in Frankreich wo ich nicht zum Ersten mal übernachte. Schöner gepflegter Platz.


Tagesdaten: 87 Km / 5:15 Std. Zeit in Bewegung / 16, 4 Durchschnittsgeschwindigkeit

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen meinen Lesern bedanken für das Interesse an meinen Reisen und Danken für die guten Wünsche die viele mir ins Gästebuch geschrieben haben. Ganz besonders gilt mein Dank meinem Sohn Ingo der jeden Tag, den ich auf Achse bin, die Web Seite pflegt. Ohne ihn wäre diese Berichterstattung so nicht möglich.




Freitag, den 03.04.2026   Von Lauterbourg nach Kehl.  Tag 6. der Tour.


Die Nacht war nicht mehr frostig und ich schaffe es um 8 Uhr 40 auf der Straße zu sein.

Dieses Wegekreuz erinnert mich daran das die Römer ca. im Jahre 30-33 den Palästinenser Jesus ans Kreuz genagelt haben und wir heute den Karfreitag begehen.

Auf dem französischen Rheinradweg


Um 11:00Uhr kommt die Sonne raus und ich brauche mal eine von Pamelas handgerollten Powerballs, denn der kleine Hunger meldet sich.

Immer wieder tun sich neue Ausblicke auf.


Bei Tageskilometer 50 hat mein Rad wieder Vaterland unter den Reifen.

Zelttrocknen am Rheinufer und meine Teepause ist auch fällig.

Ein Meilenstein am Rheinufer fällt mir auf.

Mein Stellplatz auf dem Campingplatz Kehl mit überdachtem Tisch und Bänke.


Da heute die Geschäfte in Deutschland und Frankreich geschlossen sind, gehe ich mal lecker Essen im Restaurant auf dem Platz. War echt gut. Man gönnt sich ja sonst nichts.


Tagesdaten: 70 Km / 4:40 Std. Zeit in Fahrt /14,9 Km/h Schnitt / 105 m Anstieg und 82 m Abstieg.




Ostersamstag den 04.04.2026 der 7. Tag der Tour / Heute von Kehl nach Hochstetten am Kaiserstuhl

Der Zubringer zum R15


Bei leichtem Südwind, der für mich schon ein wenig nach Nordafrika schmeckt, verlasse ich den Campingplatz und radele meist auf erdgebundene Piste, auf dem Rheindamm Richtung Süden.

Das Gebäude passt überhaupt nicht in die Landschaft, mit ihren größtenteils alten Fachwerkhäusern.

Auf dem Deich an einem kleinen Hafen verspeise ich einen knackigen Apfel. Um 11:00 Uhr setze ich mit der kostenlosen Fähre rüber nach Rhinau (F) ab hier auf der kaum befahrenen D52 und auf feinstem Asphalt bis zur Mittagspause.

Kein Wunder, wer die Preise an den Tankstellen sieht lässt das Auto einfach stehen.


Bei Tageskilometer 66 mache ich wieder rüber nach Deutschland zum Ostereinkauf bei EDEKA.

Proviant für zwei Tage habe ich gebunkert. Jetzt den Campingplatz Münsterblick am Kaiserstuhl finden.

Dunkle Wolken ziehen auf.

So schnell wie sie gekommen sind, haben sie sich verflüchtigt und geben den Blick frei auf den Schwarzwald.

Neben dem Gasthof zum Adler ist die Einfahrt zum Camping Münsterblick. Bis ich auf meiner Parzelle bin, sind es 17:30 Uhr.

Tagesdaten: 92 Km /6 Std. Zeit in Fahrt / 195 m Anstieg und 142 m Abstieg.



Ostersonntag den 05.04.2026   Von Hochstetten nach Neuenburg am Rhein.


Gestern Abend habe ich im Netz den Dreiländercamping Gugel gefunden, der auch Waschmaschine und Trockner auf dem Platz hat, denn ich möchte einen Tag pausieren und meine Schmutzwäsche dort waschen. Ich glaube, auf dem Platz war ich auch schon.

Einen Osterhasen, für den Radträumer bringen mir heute Morgen Bärbel und Bernhard. Sie stehen mit ihrem Camping Bully fast neben mir. Sie erzählen das sie sonst auch mit Fahrrad und Zelt unterwegs sind. Ich lasse es ruhig angehen denn ich brauche erst um 14:00Uhr auf dem nächsten Platz zu sein, der nur 36 Km entfernt ist. Um 11:00 verlasse ich den Platz und radle bei schönstem Sonnenwetter los.

Mal ein interessantes Wegekreuz.

Und noch ein Osterhase

Wenn, dieses Rad erzählen könnte.


Es ist warm geworden, heute ist der erste Tag, den ich ohne wärmende Jacke radeln kann. Dafür muss ich ordentlich gegen den Wind ankämpfen. Kurz vor dem Ende der Mittagspause stehe ich an der Rezeption am Dreiländercamping Gugel. Von Nicole der jungen Dame, bei der ich heute Morgen telefonisch reserviert habe, werde ich auch nun bedient und buche für zwei Nächte.

Der Platz ist fast ausgebucht, nur auf der Zeltwiese bin ich der einzige Camper. Nicole lässt mir ein Stromkabel bis zum Zelt legen damit ich meine Geräte aufladen kann. Danke Nicole


Tagesdaten: 36 Km / 2:30 Std. Fahrzeit / gesamte Strecke bis hier 662 Kilometer/




Ostermontag den 06.04.2026 Pausen Tag

Das war mein Ostersonntag Gute Nacht Bier.

Bis 9:00 liege ich im Zelt, dann weckt mich die Sonne und ich Frühstücke unter einem makellos blauen Himmel. Die Waschmaschine ist schon befüllt und macht ihre Arbeit. Nach einer guten Stunde räume ich die Wäsche in den Trockner, der auch noch mal die gleiche Zeit braucht. Das Rad durchsehen, die  Kette reinigen, und den Schlauch flicken den ich am 3. Radtag platt gefahren habe. Das sind oft viele Kleinigkeiten die an solchen Tagen erledigt werden. Mein Sohn Ingo ruft mich an und wenig später meine Tochter Pamela, Emma, Martha und Sebastian die sich zum Kaffee bei Martha treffen.

Schlangestehen kurz bevor die Rezeption um 14:00 wieder öffnet.

Aus dem Kiosk wo ich schon heute Morgen die Brötchen geholt habe, bringe ich mir eine Apfeltasche zum Kaffee mit.

Im Aufenthaltsraum wo ich gerade diesen Text ins Schreibprogramm tippe, trinke ich mir einen Ostermontags  Urtrunk aus Freiburg, echt lecker.


Für 18:30 habe ich beim Italiener einen Tisch reserviert, denn gestern habe ich gekocht. Heute darf es etwas mehr sein.
Morgen beginnt die Etappe durch Frankreich, die mich bis runter nach Marseille ans Mittelmeer führen soll.



Dienstag, den 07.04.2026 Von Neuenburg am Rhein ( D) bis Mandeure ( F)


Wie geplant starte ich um acht Uhr in den ersten Radtag der zweiten Etappe

  • Etappe 1. Von Dülken am linken Niederrhein bis Neuenburg am Rhein.
  • Etappe 2. Von Neuenburg am Rhein bis Marseille am Mittelmeer und Fähre nach Algier.
  • Etappe 3. Tour durch Algerien bis Grenze Tunesien.
  • Etappe 4. Rund reise durch Tunesien und Fähre nach Marseille.
  • Etappe 5. Von Marseille die Rhone und später an der Maas entlang nach Hause.

Zuerst pedale ich zurück nach Neuenburg wo ich über die Rheinbrücke nach Frankreich einreise. Nachdem ich die üblichen Industriegebiete und Hafenanlagen hinter mir gelassen habe, wird der Verkehr schnell ruhiger.

Schönes Bild, konnte nicht weiter zurück gehen.

Beschilderung Velo 6

Am Rhein-Rhone Kanal

Cooler Spruch könnte von mir sein. “Das Rad dreht sich, erfinde dich neu“

Nach mehrfachen steilen Auf und Abstiegen, siehe Tagesdaten, kommt endlich das Ende der letzten Steigung und die Straße fällt steil bergab runter ins Doubs Tal. Ich sehe noch die Schilder, die im Winter auf eine Kettenpflicht hinweisen.


Aktuell sind es in der Sonne 32Grad und ich bin echt froh, dass der Campingplatz in Sicht kommt. Doch der Platz hat noch geschlossen. Ein Paar aus Dänemark, welches mit dem Womo auf Tour ist, hat eine franz. Campingcard, womit ich Wasser bekomme. Strom ist offen, dann ist doch alles Bestens.

Meine Bleibe für heute, ich wäre auch keinen Meter mehr gefahren.

Tagesdaten: 95 Km / 6:25 Std. Zeit in Fahrt / 672 m Anstieg und 537 m Abstieg.



Mittwoch, den 08.04.2026 Von Mondeure bis Valdahon 2. Radtag der 2. Etappe.


Einen herzlichen Glückwunsch an meinen Freund Walter Mees der heute seinen Namenstag feiert. Meine Leute aus der Alten WG Boisheimerstr. haben mir auch schon gratuliert.

Auch heute wird ein Klettertag wovon ich noch nichts ahne, als ich um 8Uhr 20 den Platz verlasse.

Kurz darauf überquere ich die Doubs bleibe aber an Ihrer Seite. Irgendwann muss ich mich entscheiden zwischen der Umgehungsstraße, wie das Navi sagt, oder weiter dem Fluss folgend. Ich nehme Letzteres und werde umgehend mit schönen Ausblicken belohnt.

Ab hier geht es drei Stunden lang hoch erst sanft aber stetig, dann wird es steiler und steiler.

Tolle Felsformationen hat die Landschaft zu bieten.


Um12Uhr 35 wähne ich mich mit 706 m ü NN. auf dem höchsten Punkt für heute aber nach der Pause geht es noch auf 755 m ü NN.

Toller Ausblick und nun geht es auf der hügeligen Hochebene weiter, Tendenz bergab.


Kein Campingplatz in der Nähe da gebe ich ins Navi Hotel ein und das zweite auf der Liste passt.

Das Zimmer 106 im Hotel Relais de Franche Comte in Valdahon ist genau richtig. Da ich ja Namenstag habe lade ich mich zum Essen ein.


Tagesdaten: 73 Km / 5:30 Std. Zeit in Fahrt / 750 m Anstieg und 418 m Abstieg.




Donnerstag den 09.04.2026   Von Valdahon bis Camping de I`ile


Das gestrige Abendessen und auch das Frühstück waren schon besonders gut. Da ich mich ja zu meinem Namenstag eingeladen hatte, waren die 154,50 € Okay. Wie Wilhelm Esser zu sagen pflegte „ Man gönnt sich ja sonst nichts“

Um 7Uhr45 verlasse ich das empfehlenswerte Hotel.


Das häufige Auf und Ab geht heute munter weiter, doch mehr runterrollen ist heute Trumpf.

Ortseingang Besancon


Die mächtige  Zitadelle von Besancon ist schon von Weitem zu erkennen. Eine kleine Rundfahrt mit dem Rad durch die bezaubernde Altstadt lasse ich mir nicht nehmen.



Dann stell ich das Navi auf die nächste Stadt Dole ein. Bald treffe ich wieder auf zwei Bekannte, den Europa Radweg 6 und den Doubs.

Ist das Kunst oder kann das weg?


Hier im Doubs Tal und am Kanal gibt es 3 Campingplätze. Den ersten Platz, den ich anfahre, hat noch geschlossen. Der Zweite den ich von der Brücke erkennen kann, liegt direkt am Velo 6 und macht um 14 Uhr wieder die Schranke auf. Danach genieße ich den freien Nach Nachmittag.

Der schöne Platz liegt zwischen Doubs und Canal

Noch ist die Schranke unten.


Tagesdaten: 72 Km / 4:35 Std. Zeit in Fahrt / 424 m Anstieg und 951 m Abstieg.




Freitag, den 10.04.2026 vom Camping I´ile nach Camping Municipal de Bragny sur Saone

Bei lockerer Bewölkung und mit Freude im Herzen starte ich auf dem Euro Radweg Nr.6, in den 4. Radtag der zweiten Etappe.
Der Flussradweg leitet mich nach ein paar Kilometer in die Pampas, dafür bleibt es abwechslungsreich und wird nie langweilig.

Die markanten Umrisse der Stadt Doels kommen ins Blickfeld.

Und immer am Kanal entlang.

Blick auf Losne

Seit Tageskilometer 43 radele ich die Saone entlang. In der Stadt Seurre gibt es einen ALDI wo ich ein paar Lebensmittel einkaufe.

Jetzt kommt Farbe ins Spiel: Gelb, Grün, Blau

Um 15:00 Uhr am Camping Municipal de Bragny sur Saone steht geschrieben, das der Platz erst am 1 Mai öffnet. Macht nichts dafür ist er günstig (0,0 €) und ich habe Platz genug. Ich suche mir einen schönen Platz direkt neben der Boulbahn aus. Ja, wenn der Werner jetzt dabei wäre könnten wir eine Partie spielen.


Tagesdaten: 85 Km / 5 Std. Zeit in Fahrt /219 m Anstieg und 254 m Abstieg.




Samstag, den 11.04.2026 Von Bragny bis Tournus


Um sechs Uhr werde ich wach, es dämmert schon als ich zum morgendlichen Toilettengang schreite.
Frühstück bei aufgehender Sonne ist ja auch etwas was man zu Hause so nicht jeden Tag hat. Um 8:00 Uhr gebe ich meinem Norwid die Sporen und bin wie jeden Tag meiner Reise neugierig was der Tag bringen wird. Nachdem ich die Umleitung wegen Brückensperrung hinter mir habe finde ich bald den richtigen Weg.

Euro Nr. 6 la Voi Bleue

In der Großstadt Shalon frage ich ein Radlerpaar nach dem Weg. Der Mann begleitet mich ca. 3 Km bis ich auf dem richtigen Weg bin und fährt danach zurück zu seiner Frau.

Mein Held des Tages

In Richtung Ouroux und Tournus muss ich mich halten, bekomme ich noch mit auf dem Weg. Der gut ausgebaute Radweg, ehemalige Bahntrasse, verläuft Schnur geradeaus durch Wald und Feld. Dann zweigt die Route nach Tournus ab und führt nach einer Weile wieder auf den Radweg an der Saone entlang, nach Süden.

Ein schöner Platz lädt nach 3 Stunden Beinarbeit zu einer Pause ein.

Das war bestimmt mal ein Haus eines Flussfischers

Was es mit dem Plakat auf sich hat, könnte mein Freund Walter mal recherchieren.


Den Campingplatz der auch für heute auf meinen Plan steht, kann ich schon vom Radweg aus sehen. Doch zuerst muss ich meine Vorräte nachfüllen, da kommt mir der gut sortierte, Lidl Laden gerade recht. Da Regen und Gewitter angesagt ist und auch morgen ein Pausentag ansteht, buche ich für zwei Nächte ein Fass.

Bevor ich den Tagesbericht ins Schreibprogramm tippe, hängt die Wäsche schon auf der Leine. Danach koche ich mir ein Reisgericht.


Tagesdaten: 65 km / 4:05 Std. Zeit in Fahrt / 193 m Anstieg und 186 m Abstieg.




Sonntag, den 12.04.2026 Ruhe und Erholung in Tournus.


Nachdem ich ausgeschlafen bin, ein gutes Frühstück im Leib verspüre, ziehe ich mir die Regenjacke an und gehe runter an die Saone.

Da ist auch nichts los und es regnet, wie man bei uns im Rheinland sagt. "et Fisselt jans jod“

Gesehen auf dem Weg zur Touristik Info, wo ich eine Detailkarte vom Radweg bekomme.

Ein Showroom in einer ehemaligen Kirche

Ein tolles altes Tor

in der Altstadt

Da es immer noch regnet, mache ich mich auf den Weg nach Hause wo mein Hüttengeist auf mich wartet.

Ich habe gedacht, der hätte mal ein wenig aufgeräumt.


Jetzt hoffe ich das es wettertechnisch Morgen besser wird und ich nicht mit kompletter Regenmontur fahren muss.





Montag, den 13.04.2026  Von Tournus nach Trevoux


Mein  erster Gedanke heute Morgen, als ich die Augen öffnete: Wie ist das Wetter heute Morgen? So wie es aussieht, komme ich heute nicht um die komplette Regenmontur herum, mit Regenjacke, Hose, Überzug für die Schuhe und Regenhandschuhen. So müssen sich die Ritter gefühlt haben in ihren Rüstungen.

Es hört zwar zwischendurch mal auf, aber lange bleibt es nie trocken.

Hier in Macon hat man dem berühmten Sohn der Stadt, Alphonse Marie Louis de Lamartine, ein Denkmal erstellt.

Ich radele über die Brücke auf die andere Saone Seite. Der Uferradweg ist meist erdgebunden und bei Regen eine Pfützenlandschaft.

Alles paletti, Hauptsache ein trockener Pausenraum nach 3:08 Stunden Fahrzeit.

Kunst am Fluss


In der Stadt Trevoux gibt es einen großen Campingplatz mit Hütten und Bungalows. Da es wieder regnet, ist das für mich keine Frage.

Auf dem Camping Kanopee ist die Loge 184 mein Zuhause bis morgen früh.


Mein Freund Walter, ein Frankreich-Experte, macht mir Mut. Am Telefon sagt er mir, südlich von
Lyon, kommst du in unser Departement Drôme, das schönste Departement von Frankreich. Ab hier wird das Wetter wundervoll und auch der Rotwein. Deine Worte in Gottes Gehörgang.


Tagesdaten: 88 km/5:30 Std. Zeit in Fahrt/74 m Anstieg und 87 m Abstieg




Dienstag, den 14.04.2026  Von Trevoux nach St. Pierre de Boeuf

Blick zurück nach Trevoux, allein schon wegen des tollen Himmels.

Die Großstadt Lyon kommt in Sicht. Mein Freund Walter hatte mich ja vorgewarnt mit dem Mordsverkehr in Lyon. Er hatte nicht übertrieben. Aber wer schon wie ich durch die größte Stadt der Welt, Mexiko City, gefahren ist, kommt auch durch Lyon.

Das ist schon die Altstadt von Lyon

An der Mündung der Saône in die Rhône

Das scheint doch endlich der Rhone-Radweg zu sein. Im Supermarkt, wo ich den Proviant auffülle, kaufe ich auch eine Flasche Côtes-de-Rhône-Rotwein ein.

Jetzt ist es eindeutig, das ist das offizielle Schild mit dem Logo vom Rohne Radweg.

Das Hinweisschild zum Campingplatz, den ich mir für heute ausgesucht habe, sehe ich um 15:00 Uhr. Es war ein interessanter, aber auch anstrengender Radtag heute.


Tagesdaten: 90 km/5:30 Std. Zeit in Fahrt/241 m Anstieg und 277m Abstieg.




Mittwoch, den 15.04.2026  Von St. Pierre de Boeuf nach  Le Pozin


Ein strahlend blauer Himmel lenkt ein wenig vom kühlen Wetter ab. Daran ist der Nordwind schuld, doch ich liebe ihn, denn er ist mein Rückenwind.

Der Ort San Pierrede Boeuf in der Morgensonne

Das ist heute der erste Seitenwechsel, aber sicherlich nicht der letzte.

Departement Ardeche

Die nächsten Ziele

Ein Fahrrad Wohnmobil

Hier in der Stadt trägt ein Park seinen Namen. Charles Aznavour – eine vielseitige Persönlichkeit. Der armenisch-französische Chansonnier, Liedtexter und Komponist  war auch noch armenischer Botschafter in der Schweiz und ständiger Vertreter Armeniens bei den Vereinten Nationen. Weltweit hat er ca. 200 Millionen Platten verkauft.

Eine Blütenpracht


Der Campingplatz Munizipal de Scharmes hat geschlossen . Der nächste ist 40 km weiter, sagt man mir,

Gabi Hundert, rufe ich laut.

Erdgeschoss, Zimmer 9


Gegen 16 Uhr finde ich das Ibis Budget in Le Pouzin. Das gönne ich mir heute mal, zum Wildzelten habe ich keine Lust.


Tagesdaten: 104 km/6:30 Std. Zeit in Fahrt/269 m Anstieg und 234 m Abstieg.




Donnerstag, den 16.04. 2026 von Pouzin – Avignon


Das Frühstück im Ibis ließ keine Wünsche offen, sodass ich den neuen Radtag  gut gelaunt beginnen kann.

Um vom Ibis auf den Radweg zurückzukommen, muss ich zurück über die Rhonebrücke.

Heute geht es durch malerische Dörfer

Auch hier gibt es die Wolkenmacher

Auch früher wollten die Menschen schon hoch hinaus.

Eine Hängebrücke aus Stahl: immer nur eine Person

Durch die Rhone-Auenwälder

Auf den ersten Blick ein überdachter Radweg. Beim genaueren Hinsehen sieht man die Solarpaneele als Dacheindeckung und rechts vom Weg den Solarpark. Dann macht das Ganze einen Sinn.

Ich habe noch keine Station gefunden, wo es etwas zu saufen gab. Das ist aber das einzige Nachteilige, was ich über das Radnetz in Frankreich sagen kann.

Ausblick auf die Altstadt von Avignon durch den Zaun vom Campingplatz abgelichtet.
16:00 Uhr bin ich auf dem Campingplatz du Point a Avingnon


Tagesdaten: 122 km/7 Std. Zeit in Fahrt/295 m Anstieg und 335 m




Freitag, den 17.04.2026     Von Avignon bis Cornillon-Confoux

Heute wird ein sehr anstrengender Tag, nur weiß ich nichts davon, als ich um 8 Uhr 50 über die Brücke nach Avignon pedale.

Die Stadt haben wir, Fam. Leppers und  Fam. Mees, schon besichtigt, aber eine kleine Stadtrundfahrt mit dem Rad lasse ich mir nicht nehmen.

Die erste Bergwertung

Welch eine Blumenpracht

Marode Brücken gibt es nicht nur in Deutschland.

zweite Bergwertung für heute.

Sagenhafter Blick. Das Mittelmeer kann man sehen, wenn man gute Augen hat. 

Dann folgt eine rasante Abfahrt. Den ersten Campingplatz, den ich anfahre, gibt es nicht mehr, dann kann ich auch noch bis zum nächsten Ort pedalen und bei Lidl einkaufen. Auf dem Parkplatz bei Lidl nach dem Einkauf frage ich zwei Polizisten nach dem nächsten Campingplatz, der auch geöffnet ist. Camping Lapinede ca. 5,5 km entfernt, ist geöffnet. Ich mach mich auf die dritte Bergwertung gefasst, als ich die Richtung sehe. Oben angekommen hat der Platz noch geschossen und nur für Dauercamper geöffnet. Ich lasse mich aber nicht abweisen. Mit Bitten und Betteln bekomme ich eine Ecke, die noch frei ist, zugewiesen. Duschen sind noch in Takt. Der Chef vom Platz will auch kein Geld und gibt mir noch sein Passwort fürs Internet. Danke.

Mein Platz für heute. Geschätzt bin ich ca.30 km vor Marseille.


Tagesdaten: 96 km/6:10 Stdeit in Bewegung / 522m Anstieg und 449m Abstieg.




Samstag, den 18.04. 2026 von Cornillon – Salon de – Provence


Heute wollte ich gar nicht fahren, aber das war nur eine Notunterkunft, wo ich nur die eine Nacht bleiben konnte und wollte. Das nette Ehepaar vom Campingplatz La Pinede hat mir noch den Campingplatz Le Nostra empfohlen und mir versichert, dass er auch geöffnet ist.

Die Platanenalleen gehören hier zum Landschaftsbild.

Nach genau 15 km sehe ich auch schon das Schild. 

Die Anmeldung ist auch besetzt und ich buche für eine Nacht.

Sobald das Lager aufgebaut ist, setze ich mich vor meinen Laptop und buche mir eine Unterkunft in der Nähe des Hafens in Marseille. Wäsche waschen, Rad reinigen und kochen, da neigt sich der Tag dem Ende zu. Jetzt freue ich mich auf die Metropole Marseille.


Tagesdaten: 15 km/1 Std. Zeit in Fahrt / 60 m Anstieg und 41m Abstieg.





Sonntag, den 19.04.2026   Von Salon-de-Provence nach Marseille


Blick aus dem Fenster im Appart City Classic Hotel, Zimmer 803 in Marseille

Auf meinem weiß bezogenen Bett im 8. Stockwerk habe ich es mir gemütlich gemacht und lasse gegen 19:00 Uhr noch mal den ereignisreichen Tag Revue passieren.


Die Nächte sind mittlerweile von den Temperaturen angenehm geworden. Da braucht man nicht so viel Überwindungskraft, um beim ersten Büchsenlicht aufzustehen. Gefrühstückt habe ich und das Zelt ist trocken verpackt. Das wird ja ein paar Tage nicht gebraucht. Um Punkt 8:00 Uhr rolle ich mit meinem Norwid2 vom Campingplatz Richtung Süden.

Sonntagsmorgen in einem Städtchen in der Provence


Auch heute habe ich noch ein paar Höhenmeter zu erklimmen. Viele Sonntags-Radrennfahrer sind unterwegs und treten meist in Rudeln auf.

Von oben hat man die beste Aussicht.

Zwei Hügelketten sind zu überwinden, bevor die Straße langsam, aber stetig Richtung Meer abfällt.

Ein Viadukt

Die ersten Vororte von Marseille durchquere ich. Mensch, bin ich froh, dass ich so ein gutes Navi habe und Ingo mir immer die neueste Software aufspielt.

Da sehe ich zum ersten Mal ein Schild Port de Marseille, dann kann das Hotel nicht mehr weit sein.

Die Uhr zeigt 14:00 Uhr an, als ich an der Rezeption stehe. Anmelden, Rad in die Tiefgarage und von dort das Gepäck in den Lift bis in die 8. Etage. Geschafft.
Nachdem ich mich geduscht und landfein gemacht habe, steht  noch Einkaufen auf dem Plan.

Les Terrasses du Port, in diesem Einkaufszentrum ist auch Decathlon vertreten. Hier bekomme ich noch eine Gaskartusche und ein Handtuch. Der Hunger meldet sich auch noch bei mir, also gehe ich doch mal zum Italiener, der kann da was gegen machen.

Da zu all den Flaschen passe ich doch gut hin.

So, auf dem Heimweg auf der Ecke beim Marokkaner noch ein paar Lebensmittel und zurück ins Hotel. Morgen ist auch noch ein Tag und Dienstag geht die Fähre.


Tagesdaten: 68 km/4:35 Std. Zeit in Fahrt/495 m Anstieg und 578 m Abstieg.





Montag, den 20.04.2026: Erkundung und Besichtigung Marseilles


Da ich morgen früh zum Fähranleger mit der Adresse:  Porte 3 Beause Rue du Cargo Rhin Fidility  13226 Marseille France muss, fahre ich die Strecke bei Tageslicht mal ab. Diese Adresse nimmt mein Garmin nicht, also orientiere ich mich an den Hinweisschildern. Als ich Porte 3 gefunden habe, sagt man mir dort, ich müsse zu Porte 3b. Wiederum dort angekommen soll ich mit dem Fahrrad Porte 3c benutzen. Ich notiere mir die Koordinaten vom Gate und fahre zurück zum Hotel.

Sumo, Container, ein Hingucker


Nach einer kurzen Pause und einem Kaffee hole ich wieder mein Norwid aus der Tiefgarage und fahre zur Altstadt.

Die Kathedrale von Marseille.

Das Meer zieht die Menschen schon seit jeher in seinen Bann.

Eins der vielen Museen in der Stadt

Das alte Hafenviertel der Stadt

Über dem Viertel thront auf einem Felsen die Basilique Notre-Dame de Garde, da muss ich mit dem Rad hoch. Ohne Gepäck kein Problem, doch ich komme ganz schön ins Schwitzen.

Mal wieder Oben auf.

Das Häusermeer von Marseille

Auf dem Weg nach unten.

Interessanter Pavillon mit den Spiegelungen an der Decke


Nun den kürzesten Weg zurück. Bei der Besichtigung vom Hafenviertel mit Basilique  Notre- Dame kamen schon 14 km zusammen und 210m Anstieg. Eine tolle und quirlige Metropole, wo man es auch länger aushalten kann. 

Morgen geht es weiter. Um 10 Uhr läuft die Fähre nach Algier aus. Spätester Check in ist 180 Minuten vor der Abfahrt. Das heißt: späteste Abfahrt 6:00 Uhr vom Hotel. Da bin ich mal gespannt wie ein Flitzebogen auf das große unbekannte Land Algerien.





Dienstag, den 21.04.2026 von Marseille, Frankreich, nach Algier, Algerien


Um 4 Uhr 30 ist für mich die Nacht zu Ende. Habe 7 Stunden geschlafen und bin topfit. Auch an solchen besonderen Tagen brauche ich meinen geregelten Tagesbeginn mit Müsli und Kaffee. Verständlicherweise ist es im Haus noch ruhig und der Lift ist auch direkt oben, wo man sonst schon mal ein paar Minuten Geduld haben muss. Vor dem Hotel drücke ich am Garmin den Startknopf. Halb sechs sind es, eine gute Zeit. In einer Erinnerungsmail von gestern schrieb mir Direct Ferries, dass der letzte Einchecktermin 3 Stunden vor 10:00 Uhr Abfahrtszeit ist. Das passt ja gut.

6 Uhr 20, der erste Stau, aber ich bin schon auf dem Gelände und habe meine Bordkarte.

7 Uhr und wieder heißt es Warten

Ein imposantes Gefährt, diesmal meine ich aber das Schiff.

7 Uhr 45 an Bord. Mein Rad ist angebunden und steht in der Garage Deck 3. 

Auf der Bordkarte steht Deck 5, Sitz 109a. Der ist schnell gefunden, denn die Fähre ist nur halb voll. Um 10:20 Uhr kommt das Kommando „Leinen los“.

Um die Mittagszeit hol ich mir was zum Beißen und Zeit totschlagen ist danach angesagt.

Vom Sonnendeck Blick zurück und ganz, ganz weit dahinten liegt Frankreich.


Wenn alles planmäßig verläuft und der Kapitän sich nicht verfährt, müssten wir morgen um 8:00 Uhr in Algier sein. Für meine Leser habe ich morgen noch eine Überraschung parat, ich bekomme Besuch aus Dülken.




Mittwoch, den 22.O4.2026   Von Marseille nach Algier.


Die letzten beiden Tage waren bisher für mich die spannendsten und ereignisreichsten der bisherigen Tour. Stress pur, wenn du der Sprache des Landes nicht mächtig bist. Aber damit beweise ich es zum x-ten Mal, davon sollte man sich nicht abhalten lassen.

Das Wappen der Corsica Linea

21Uhr15 beginnt der Sonnenuntergang


Als Nächstes buche ich mir 1 GB Internetzugang vom Ferrie-Betreiber und schicke Ingo die Tagesdaten zu. Die Nacht war lang und laut, weil meine arabischen Freunde, Plaudertaschen waren, oder, treffender formuliert, Palaversäcke sind. Ein paar Stunden habe ich doch geschlafen.

Der Salon Bosphore


23 Stunden Fahrzeit für die Strecke Marseille–Algier gibt die Corsica Linea an. Dann kann sie nicht um 8 Uhr da sein. Um 9Uhr 20 läuft das Schiff in den Hafen von Algier ein.

Gerade denke ich, ich hätte es geschafft, da kommt ein Zollbeamter und sagt mir, ich müsste mit dem Fahrrad auf Deck 4, wo sich der Ausgang für Fußgänger befindet. Mit dem Norwid2 in den Aufzug, der Gott sei Dank, groß genug ist, und mich eine Etage höher bringt. Nach Pass- und Visumskontrolle wird das Gepäck durchleuchtet. Alle Beamten waren sehr nett und freundlich, hilfsbereit und neugierig. Vom Hafengelände fahre ich direkt in die Casbah, wo das Hotel Afric gut zu finden ist, oder wie ich erst mal vorbeikurbel.

Vor dem Eingang

In seiner vollen Pracht


Der Chef meinte, die Übernachtungen seien reserviert, aber noch nicht bezahlt. Ich hatte aber heute Morgen noch bei der Bank nachgesehen, das Geld wurde überwiesen. Jetzt tausche ich bei ihm noch Euros in algerische Dinar um und bekomme deutlich mehr, als im Internet steht. Zimmer 203 ist auch fertig, sodass ich einziehen kann. Das Fahrrad und zwei Radtaschen bleiben unten.

Schönes Treppenhaus von der zweiten Etage abgelichtet. Gut, dass ich nicht in die 5. Etage muss.


Die angekündigte Überraschung, der Besuch aus Dülken, ist Dengs Wolfgang (Wolle) der mich auf meiner Weltreise besucht hat. Ein Weltenbummler und Vielflieger. Morgen machen wir zusammen eine ganztägige Sightseeing-Tour mit Guide durch Algier und die Kasbah mit ihren Sehenswürdigkeiten. Ich treffe mich mit Wolle morgen um 9 Uhr 30 am Boulevard of the Viktoire.




Donnerstag, den 23.04.2026: Sightseeing-Tour durch die Casbah von Algier


Nachtrag zu gestern Abend: Mit dem Chef des Hauses gehe ich auf die Jagd nach alkoholischen Getränken. Diese Spezies ist in Algerien schwer zu finden, darum braucht man einen einheimischen Jäger. Wir werden fündig und mir gelingt es, vier kleine Flaschen Bier und eine Boddel algerischen Rotwein zur Strecke zu bringen. Zwei von den Bieren mussten gestern noch dran glauben.

Heute Morgen nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg zum Startpunkt der Tour, der Zitadelle, die über der Stadt thront.
Die Casbah der algerischen Hauptstadt Algier bezeichnet sowohl die Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert als auch das historische Altstadtviertel, welches seit 1992 Unesco-Weltkulturerbe ist.
Lasst einfach die Fotos auf euch wirken, oder am besten kommt ihr selber hierher. Ich muss jetzt von 53 geschossenen Fotos ein paar aussuchen.

Zwei Dölker on Tour.

Eine der zahlreichen Moscheen.

Wolle und unser Guide Anis.

Museumsbesuch

Auch die Algerier sind Fußball verrückt.

Immer wieder tun sich neue Ausblicke auf.

Zwei Weltenbummler.

Von der Dachterrasse, sagt Anis, hat man eine tolle Aussicht.

Er hat recht.

Der Imam verlässt die Moschee und Wolle spricht ihn an und er zeigt uns sein Haus.

Im Haus des Imams

Die Häuser scheinen sich gegenseitig zu stützen.

Mit der Metro fahren wir zum Schlusspunkt der Tour, dem Botanischen Garten, einer Oase der Ruhe und im Sommer ein Zufluchtsort vor der Hitze der Stadt.


Anis bringt uns wieder mit der Metro in die Stadt. Wir bedanken uns bei ihm und nach 7 Stunden und 12 km Trepp auf und Trepp ab sind die Kräfte fast verbraucht, aber nur fast. Es hat mir viel Freude bereitet, mit Wolfgang zusammen zu sein. Morgen treffen wir uns noch mal, bevor er übermorgen wieder nach Hause fliegt.




Freitag, den 24.04.2026: Der letzte Tag in Algier, und in Dülken treffen sich meine Freunde zum Kegeln.

Unser Beider letzten Tag hier in Algier, wollen Wolfgang und ich noch ganz entspannt zusammen verbringen. Das einzige Problem, das es noch zu lösen gilt, ist die algerische SIM-Karte für mein Smartphone. Da der gestrige und heutige Versuch in einem normalen Handyshop gescheitert sind, muss der Mobilis-Netzanbieter her, aber das Geschäft direkt an der Hauptpost ist heute leider geschlossen. Das muss ich zähneknirschend hinnehmen. Morgen um 8 Uhr
stehe ich dort vor der Tür.

Davon lassen wir uns den Tag nicht vermiesen und wandern die Hafenpromenade entlang bis zum Platz der Märtyrer.

Zweites Frühstück im Café gegenüber vom Fischereihafen mit Blick auf den Leuchtturm.

Der Leuchtturm

Auf der Uferpromenade zurück. Als alte Pfadfinder finden wir den Boddelshop wieder und kaufen ein paar Bier ein, womit wir den Tag auf der Dachterrasse vom Hotel Afric ausklingen lassen.

Prost Wolfgang, das war eine gute Idee.

Eine besondere Aussicht von hier Oben

Ein kleines Hüngerchen treibt uns noch mal in die Stadt. Reis, Fritten und ein paar Fleischspieße sind unser letztes Abendmahl. Zurück im Hotel Afric bestellt der Chef ein Taxi für Wolfgang.

Wolfgang „et wor en super geile Zig“ mit dir hier in Algier. Komm gut nach Hause und grüß mir die Heimat.





Samstag, den 25.04.2026, von Algier nach Tipasa, 3. Etappe, 1. Radtag


Die Gepäcktaschen sind gepackt und gefrühstückt habe ich auch schon. So eile ich schnellen Schrittes unter zur Hauptpost, wo um Punkt acht Uhr der Laden des Mobilfunkanbieters MOBILIS öffnet. Ich bin der erste Kunde und zwanzig Minuten später funktioniert meine algerische SIM-Karte mit frisch gebackenen 130 GB für 2521 algerische Dirham. Jetzt aber zurück zum Hotel.

Das Gepäck aus meinem winzigen Zimmer runter und das Radbeladen.

Gruppenbild mit Fahrrad. Es ist 9:30 Uhr, ich will los



Dann bekomme ich vom Chef noch ein paar gute Wünsche mit auf den Weg und verabschiede mich herzlich. Zuerst fahre ich entlang der Water Front der algerischen Hauptstadt Algier und bleibe meist in Küstennähe. Wegen einer Sperrung der Straße bin ich auch 4 km Autobahn gefahren, was hier keinen, außer mich selber, gestört hat. Unterwegs kaufe ich mir ein kleines Baguette (Kostenpunkt: 10 Dir = 7 Cent) für die Teepause am Straßenrand.

Algerien ist das reinste Autofahrerparadies, wenn man die Spritpreise an den Tankstellen sieht. 31 Dir = 21 Cent. 10 km vor Tipasa beginnt der Nieselregen und ich bin froh, als ich den Campingplatz „Etuile am Strand von Tipasa“ erreiche und die Jungs da noch einen Bungalow für mich freihaben. Ich buche zwei Nächte für 7000 Dir = 46 €.

Die Jungs kümmern sich rührend um mich und stellen mir sogar eine Elektroheizung ins Zimmer, um meine Sachen zu trocknen. Sie haben mir für morgen schönes Wetter versprochen.


Das Restaurant hatte geschlossen, doch dem Pizzabäcker von gegenüber konnte ich beim Frischzubereiten meiner Champignon-Pizza zuschauen. Sie war auch ausgesprochen lecker. Morgen ist Besichtigungstag angesagt. Den archäologischen Park von Tipasa möchte ich mir anschauen.


Tagesdaten: 84 km/5:45 Std. Zeit in Fahrt/419 m Anstieg und 434 m Abstieg.





Sonntag, den 26.04.2026: Besichtigung der Ruinenstadt Tipasa, Weltkulturerbe


Die moderne Stadt, gegründet 1857, ist hauptsächlich wegen ihrer schönen Lage und sandigen Küste bekannt.

Der Campingplatz  grenzt direkt an den Sandstrand, den ich aber erst am späten Nachmittag besuchen kann, als der Regen nachgelassen hat.

Ein seltener Gast am Strand


Tipasa vereint eine Reihe interessanter und zugleich einzigartiger Ruinen der Phönizier und Römer, christliche Zeugnisse ebenso wie byzantinische. Doch der Reiz dieser Ausgrabungsstätte ist die Lage direkt am Meer, wo bei gutem Wetter das Blau des Meeres mit dem üppigen Grün der Landschaft zu verschmelzen scheint. Da ist heute gar nicht dran zu denken, denn es nieselt. Um dem Tag doch noch etwas Sinnvolles abzugewinnen, fahre ich nach dem Frühstück zur Stadt, um einen Bancomaten zu finden, wo ich Bargeld abheben kann. Im Navi sind die Banken der Stadt aufgelistet.  In der ersten Bank meinte man zu mir, ich solle doch nach Algier fahren, dort müsste es funktionieren. Hier in der Stadt gibt es keine Bank, welche die Mastercard akzeptiert. Endlich bei der letzten Bank (BNP Bank) sehe ich, dass auf dem Bankomat VISA steht.


Das sehr hilfreiche Personal sagt mir, mit Visa müsste es gehen. Da ich diese nicht dabeihabe, muss ich noch mal zurück zum Campingplatz. Beim ersten Versuch, mit der VISA gleich 80 000 Dir abzuheben, streikt der Automat. Erst als wir, die junge Dame und ich, 20 000 Dir eingeben, rattert der Automat los  und spuckt Geld aus. Das machen wir viermal hintereinander, wobei der letzte Vorgang vom Automaten nicht akzeptiert wird. Egal, jetzt habe ich also 60 000 Dir ergattern können. 

Fazit: Sich rechtzeitig um Bares kümmern. Ich habe das extra so ausführlich beschrieben, weil vielleicht andere Radler das gleiche Problem haben.

Nach dem Mittagessen fahre ich an den Ruinen vorbei, aber das Wetter ist immer noch bescheiden.

Der Bungalow Nr. 5 ist noch für heute mein Zuhause. Wenn man den Campingplatz nach westlichen Maßstäben beurteilt, schneidet er nicht gut ab.

Jetzt will ich hoffen das der Wettergott ein Einsehen hat und ich das Mausoleum of Mauritanien Morgenfrüh, trocken und im bei Sonnschein erleben kann.



Montag, den 27.04. 2026 von Tipasa zum Hotel Sameur kurz hinter der Chiffa-Schlucht


In der Nacht hat sich ein Mordsgewitter, gefühlt genau über dem Campingplatz Etoile, entladen. Das hat die Luft gereinigt und bei meiner Abfahrt kommt schon der blaue Himmel raus.

Tschüss und auf Wiedersehen.

Nach 14,5 km zurück auf der Küstenstraße Richtung Algier. Kommt rechts der Abzweig hoch zum Mausoleum.

Was für ein Ausblick. In den hellgrünen Gewächshäusern wird Gemüse angebaut und direkt an der Straße vermarktet.

Bei Tageskilometer 18 stehe ich vor dem Mausoleum of Mauretanien.


Ein kolossales Bauwerk.
0888

Kleopatra, die Königin vom Nil, war schon vor mir da, aber nicht mit dem Fahrrad.

Nach einer kleinen Rast radele ich nun auf der anderen Seite runter und zuerst immer nach Osten, bis sich die Straße nach Süden wendet. Auf dem Land sind nur auf Arabisch geschriebene Straßenschilder zu sehen. Ich hatte mir die Straßen-Nr. vorab bei Google Maps abgeschrieben, das war sehr hilfreich.

Nach 43 km Pause in El Affroun am Busbahnhof. Da werde ich schon betrachtet, als käme ich von einem anderen Stern.

Die Berge sind in Sicht und ich komme durch die Gorges de la Chiffa, eine wild zerklüftete Schlucht. 

Die Attraktion für die Berberaffen sind hier die Reisenden, welche unbedingt ein Selfie mit ihnen machen wollen. Das erste Hotel, das ich für mich ausgesucht hatte, war ausgebucht, aber 6 km weiter finde ich das Hotel Sameur.

4000,– Dinar pro Nacht incl. Frühstück und supergutem Internet. Ein opulentes Abendmahl für 1200 Dinar, da kann man doch nicht meckern.

Und das Zimmer und das Bad können sich sehenlassen. Wer möchte kommen, ich habe noch Platz.


Tagesdaten: 67 km/5:15 Std. Zeit in Fahrt/792 m Anstieg und 410 m Abstieg.
Aktuelle Höhe 340m ü NN.




Dienstag, den 28.04.2026 von Hotel Sameur bis Hotel Elandalus in Berrouaghia.


Es ist 18 Uhr, draußen tobt ein Gewitter, und ich bin gerade noch trocken vom Essen zurück ins Hotel gekommen. Dann will ich mal meine Hausaufgaben machen und beginne mit dem Bericht am Morgen. Um halb acht gebe ich meinem Stahlross die Sporen. Bald schafft es auch die Sonne, über die Berge zu schauen, und es wird schnell warm. Ich pedale ständig bergauf und die Straße verläuft meist in Sichtweite der Transsahara-Autobahn A1.

Und wer hat’s gebaut? Die Chinesen.

Um 10:00 Uhr bin ich in der Provinzstadt Medea und suche die Straße nach Berrouaghia. Mein Navi hat eine Route rausgesucht, aber dieser Feldweg ist bald nicht mehr fahrbar.

Zuerst sieht der Weg noch gut aus, dann wird er zur Schlammschlacht. Das Rad kann ich nur schieben und ich muss wieder hoch nach Medea. Der Ausflug in die Wildnis hat mich eine gute Stunde und viel Kraft gekostet. Jetzt mache ich erst mal Teepause.

Jetzt kommt Hilfsengel 1. ins Spiel. Er hat zu DDR-Zeiten noch in Jena studiert und spricht gut Deutsch.
Er legt einen Schlauch auf die Straße und so kann ich mich und das Bike vom Schlamm befreien. Auf die Route angesprochen, sagt er mir, es geht nur über die Autobahn. Das wäre hier in Algerien kein Problem.

Gesagt, getan, auf der Autobahn überholen mich zwei Polizeifahrzeuge, und an einem Kontrollpunkt der Polizei werde ich freundlich durchgewunken.

Endlich, meine Abfahrt wird angezeigt und die Hotelsuche gestaltet sich einfach. Am Hotel kommt Hilfsengel 2. und trägt mit mir Rad und Gepäck in die erste Etage.

Blick aus dem Fenster meines Zimmer

Und das kann meine Kamera. Siehe Bild Blick aus dem Fenster unten links.


Das Gewitter hat sich verzogen und ich werde jetzt den Bericht an Ingo schicken.


Tagesdaten: 47 km/5:35 Std. Zeit in Fahrt/1104 m Anstieg und 596 m Abstieg.




Mittwoch, den 29.04. 2026 von Berrouaghia nach Sour El Ghozlane


Heute geht es weiter durch die Ausläufer des Atlasgebirges, welches sich von Marokko durch Algerien bis nach Tunesien erstreckt. Ich werde vom Muezzin geweckt, der die Gläubigen zum Gebet ruft. Der Lautsprecher hängt gefühlt vor meinem Fenster. Ich denke, es ist halb sechs Uhr, aber es ist erst halb fünf Uhr. Als ich es merke, habe ich schon den ersten Kaffee auf. So bin ich heute um sechs Uhr zehn auf der Straße und es ist schon hell. Die N62, auf der ich heute bleibe, ist schnell gefunden.

Petras Socken sind die Besten.


Bisher habe ich lange Leggins über der Radlerhose getragen. Ab heute sind Dreiviertelhosen angesagt. Was sich nicht ändert, sind die Radlerschuhe und die Socken. Die Wollsocken sind von der besten Sockenstrickerin am linken Niederrhein, „Petra D.“ Die Socken passen einfach und sind bei warmem und kaltem Wetter ein Muss am Fuß.

Algerien grünt und blüht im Moment – genau die richtige Zeit, um das Land zu bereisen.

Die Sonne hat die restlichen Wolken verscheucht und es herrscht bestes Fahrradwetter. Da kann man nur guter Laune sein.

Das Ziel von heute: Sour El Ghozlan – jetzt habe ich es schriftlich.

Eine ungewöhnliche Kuppel hier auf dem Land.


Wie jeden Tag nach ca. 3 Stunden Kurbelarbeit ist Teepausenzeit. 

Im Anschluss, bei Tageskilometer 56, kommt ein Kontrollposten der Polizei.
Wohin ich die nächsten Tage will, werde ich gefragt. Gut, dass ich die Algerien-Tour komplett ausgearbeitet und niedergeschrieben habe. Sie telefonieren ellenlang und es dauert eine gute halbe Stunde, bis ich weiter kann. Sie entschuldigen sich bei mir, aber es sei nur zu meiner eigenen Sicherheit.

Durch herrliche Landschaften fahre ich.  Ein ziviler, weißer PKW folgt mir mit gebührendem Abstand. Also habe ich jetzt Geleitschutz. 15 km vor meinem Ziel werde ich vom Team aus Sour El Ghozlan übernommen. Sie kommen mit einem Mercedes-Jeep, Dienstwagen mit Blaulicht.

Das Foto an der Passhöhe haben die Beamten gemacht, sie darf ich nicht ablichten. Ich hab sie gefragt ob sie ein günstiges Hotel kennen, bis dahin begleiten sie mich.

Vor meiner Unterkunft


Ich befürchte das geht Morgen so weiter. Das Hostel ist gut und günstig 1200,-Dir einer vom Personal geht Essen und Wasser einkaufen. Jetzt probiere ich mal ob das Internet was Taugt.


Tagesdaten: 88 Km / 7 Std. Zeit in Fahrt / 1140 m Anstieg und 1147m Abstieg. Die Höhenmeter gehen ganz schön in die Beine.



Donnerstag, den 30.04.2026    Von Sour El Ghazlane bis Ain El Hatjel mit dem Velo weiter bis Bou Saada mit dem Wagen der Polizei.

Heute Morgen warte ich schon mit dem Hostel-Chef vor der Tür, bis endlich, mit einer Viertelstunde Verspätung, mein Begleitschutz vorfährt. Ich kurbel los und komme beim nächsten Kreisverkehr auf die Nationalstraße No. 8. Nach 7 km Anstieg fällt die Straße ins Tal und es kommen auch keine nennenswerten Steigungen mehr. Dann löbbet, rischtisch jood"

In dem nächsten Ort findet der fliegende Wechsel vom Begleitschutz statt.

Das Nest kann man als Storch nicht verwechseln, bei so einer exponierten Lage.

Eine architektonisch sehr schöne Moschee

An der nächsten Moschee ist Tee Time.

Die beiden Beamten lassen sich dann auch von mir ablichten.

In meinem heutigen Zielort Ain El Hadjel angekommen, müssen wir feststellen: Es gibt keine Übernachtungsmöglichkeit. Dann bringen wir dich mit dem Wagen nach Bou Saada. Im Handumdrehen wird das Rad auf einen Pritschenwagen der Polizei geladen. Ich fahre mit den beiden Polizisten mit. Bei dem nächsten Polizeiposten das gleiche Spiel, dann kommen wir endlich um 15:00 Uhr zum Motel Oasis. Gestern habe ich mir die Hotels im Internet angeschaut und für mich ausgesucht. Das scheint eine gute Wahl zu sein. 1500,– Dir die Nacht. Ich buche erst mal eine Nacht. Nichts überstürzen.
Gerade bin ich auf dem Zimmer, da bricht ein Unwetter über die Stadt herein. Regen und Hagel in Unmengen. Später, als das Wasser abgeflossen ist, gehe ich noch einkaufen und zu Abend essen, alles fußläufig zu erreichen. Ich werde wohl 3–4 Tage bleiben und mir einiges anschauen in der Umgebung.


Tagesdaten: 62 km/4:10 Std. Zeit in Fahrt/495 m Anstieg und 805 m Abstieg. Mit dem Polizeiwagen 62 Kilometer gefahren worden.